Uruguay Reisen: Sinne bei einer Klangreise beanspruchen

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Eine interessante Blogparade mit dem Titel: »Der Sound deiner Reisen« animiert mich dazu mal über meine Geräuscherlebnisse während meiner Reisen durch das Gaucho Land Uruguay nachzudenken. Der Autor der Blogparade assoziiert verschiedene mehr oder weniger bekannte Songs mit seinen Reisen. Wenn ich auf Reisen durch Uruguay oder auch Argentinien oder Brasilien bin, lausche ich allem, nur keiner Musik aus Lautsprechern. Ich weiß, dass gerade in den südamerikanischen Ländern der einheimische Sound tief in die Glieder fährt, aber darum geht es nicht. Vielmehr sind es international bekannte Songs, die für ihn während einer Reise eine Rolle im Gehirn spielen, da sie des Öfteren vielleicht auch ungewollt im Unterbewusstsein präsent sind. Doch wie sieht es mit den wirklichen Geräuschen in Uruguay aus?

Geräuschfaszination Uruguay – Naturtöne wahrnehmen beim Reisen

Bei Reisen durch die Gaucho Republik geht es mir darum das Land und damit die Geografie, die Kultur und auch die Geräusche aufzusaugen. Dazu gehören natürliche wie auch von Einheimischen erzeugte Klänge. Wenn mehrfach in der Woche die Candombe-Trommler, ihr eindringliches rhythmisches Gehämmer auf diversen kleinen und großen Trommeln erzeugend, durch die Gassen der Dörfer ziehen, gehört das ebenso zu Uruguay, wie das Rauschen des Pampa-Windes, der über die Pradera oder Llanura (so heißt die Pampa in Uruguay) fegt. Doch Uruguay kann auch ganz still sein.

Lagunen Rocha Uruguay
Lagunen Rocha Uruguay

Besonders vor der Ruhe vor den Stürmen und in der brütend heißen Sommerzeit, wenn der Wind nicht von Süden, also dem Meer kommt, sondern vom Landesinneren, ist es fast schon schauerlich still. Beinahe unerträglich ruhig und brutal heiß wird es, wenn die Luft steht und kein Windchen mehr in den Wipfeln der Akazien zu vernehmen ist. Nur noch die flügelreibenden Zikaden unterbrechen die Stille im Landesinneren. Glücklich ist, wer dann nahe der großen Ströme oder dem Atlantik lebt. Das Rauschen des Meeres – auch der Rio de la Plata wird von den Einheimischen “el Mar” wegen seiner Größe genannt – bringt wohlbekannte und angenehme Klänge ins Ohr. Das Brechen der Wellen an den Atlantik-Gestaden erzeugt  für mich einige der behaglichsten Töne überhaupt. Und das selbst bei Sturm.

Atlantik Uruguay La Pedrera
Atlantik Uruguay La Pedrera

Sturm und Hurrikans in Uruguay – das Donnern Thors

Die Stürme in Uruguay sind sicherlich nicht ganz ohne und auch kaum mit europäischen Wetterkapriolen zu vergleichen. Ein Gewitter in Uruguay kann schon mal 12 Stunden dauern. Immer wieder treibt der Wind die gewaltigen Blitze und Donner weg. Doch schon nach kurzer Zeit nähern sie sich von der anderen Seite unerbittlich wieder. Zuerst ist ein entferntes Grummeln zu vernehmen. Dann jedoch beginnt sich am weiten schwarzen Horizont ein naturgewaltiges Lichtspektakel  abzuzeichnen, bevor die krachenden Blitze, die warmen und kalten Luftmassen zerreissend, züngelnd in die weiten Ebenen einschlagen. Es scheint, als würden sich alle indigenen Donnergötter zusammenrotten, um den Mensch seine Nichtigkeit vor den Naturgewalten aufzuzeigen.
Mächtige Eukalyptus- und Pinienbäume knicken wie Strohhalme. Haushoch ragen danach die Wurzeln der von gewaltigen Winden gefällten Bäume aus den sandigen Böden heraus. Hund und Katz, Pferd und Kuh suchen Schutz vor den unaufhaltsam näherkommenden Blitzen und ohrenbetäubenden Donnerschlägen wo es teilweise keinen gibt. Denn das Land ist flach, so flach wie Norddeutschland. Der höchste Berg in Uruguay misst gerade einmal 512m.

Nach dem Sturm

einsame Strände Uruguay
einsame Strände Uruguay

Uruguay langsam  und bewusst bereisen und geniessen und den Sound vernehmen

Nicht immer ist das Wetter so extrem in Uruguay. Doch es ist weitaus vielfältiger als in den Tropen mit ihren zwei Jahreszeiten. Reisen durch das Land sollte der Besucher bewusst angehen, denn ansonsten verpasst er die wahren Schönheiten. Uruguay kann nicht mit extremen wie dem Höchstem, dem Größten, dem Schönsten etc. aufwarten, es begeistert vielmehr durch seine kleinen geografischen, klimatischen und kulturellen Nuancen, die sich in ihrer Gesamtheit zu einem einzigartigen Reiseland formen. Die Geräusche sind ein Teil davon. Doch nur wer zwanglos und bewusst das Gaucholand am Rio de la Plata erkunden will, wird alle Laute vernehmen.

Das Plätschern der Salz- und Süsswasser-Lagunen fernab des Massentourismus in Rocha zu erleben, ist ein Geräusch-Highlight.

Die Blogparade läuft bei http://reisezoom.com bis 15.11.

Sierras Minas Uruguay
Sierras Minas Uruguay

4 Antworten

  1. Danke für diesen tollen Beitrag!
    Stimmt absolut, der Sound des Reisen muss gar keine Musik sein. Es gibt schließlich genug Geräusche!

    Liebe Grüße,
    Marc

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